Detail

29.01.2014

Lohnsteuerhilfevereine: Die All inclusive Steuerberatung

Pressenotiz vom 29.1.2014

Lohnsteuerhilfevereine sind Selbsthilfeeinrichtungen von Arbeitnehmern zur Hilfeleistung in Steuersachen. Man muss Mitglied werden, um die Beratungs-leistungen des Vereins in Anspruch nehmen zu können. Insofern unterscheiden sich Lohnsteuerhilfevereine nicht vom Sportverein. Der grundlegende Un-terschied zwischen einem „normalen Verein“ und der Steuerberatungsinstitution „Lohnsteuerhilfeverein“ besteht darin, dass Lohnsteuerhilfevereine zum Schutz der Steuerbürger ebenso wie Steuerberater durch das Steuerberatungsgesetz streng reglementiert sind.

Lohnsteuerhilfevereine müssen ebenso wie Rechtsanwälte oder Steuerberater über eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung verfügen, sie unterstehen der Aufsicht der Finanzverwaltung, müssen von der Finanzverwaltung aner-kannt werden und sich einer jährlichen Geschäftsprüfung unterziehen.

„Lohnsteuerhilfevereine dürfen nur Einkommensteuererklärungen von Arbeit-nehmern, Beamten, Rentnern, Arbeitslosen und Unterhaltsempfängern erstel-len“, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer des BDL. „Diese dürfen dabei auch über Einkünfte aus Kapitalvermögen (z .B. Zinsen), Vermietung und Verpach-tung und privaten Veräußerungsgeschäften (z. B. so genannten Spekulations-geschäften) verfügen, wenn die jährlichen Einnahmen daraus insgesamt 13.000 Euro bei Alleinstehenden bzw. 26.000 Euro bei zusammenveranlagten Personen nicht übersteigen. Die Beratungsbefugnis der Lohnsteuerhilfevereine endet, wenn Gewinneinkünfte oder umsatzsteuerpflichtige Einnahmen vorlie-gen. Und selbst dann, wenn ein Arbeitnehmer nur nebenberuflich solche Ein-künfte erzielt, ist ihm die Hilfe eines Lohnsteuerhilfevereins verwehrt. Einzige Ausnahme hiervon bilden steuerfreie Einnahmen gemäß § 3 Nr. 12, 26 und 26a (Übungsleiterpauschale, Ehrenamtspauschale).

Die Berater des Lohnsteuerhilfevereins erstellen die Steuererklärung im Dialog mit dem Mitglied und stehen das gesamte Jahr kostenfrei zur Verfügung. Sie prüfen die Steuerbescheide, legen Einspruch ein und führen ggf. den Rechts-streit vor dem Finanzgericht. Das bedeutet, sie übernehmen die gesamte Ab-wicklung mit dem Finanzamt und bieten darüber hinaus individuelle Beratung bei der Gestaltung all Ihrer Lohnsteuerfragen, sozusagen eine All Inclusive Leistung, “ erklärt Nöll. Und weiter: „Lohnsteuerhilfevereine stellen im Auftrag ihrer Mitglieder auch Anträge auf Lohnsteuerermäßigung, Änderung der Steu-erklassen, Kindergeld, Steuerfreistellung von Zinseinnahmen, Wohnungsbau-prämie, Arbeitnehmersparzulage oder zur steuerlichen Förderung der privaten Altersvorsorge (Riester- und Rürup Versicherungen).“

Das alles erhält man für einen durchschnittlichen jährlichen Mitgliedsbeitrag von zirka 130 Euro. Die Höhe des Beitrages ist meist sozial gestaffelt und richtet sich regelmäßig nach der Höhe der Einnahmen des Mitgliedes. Wer wenig verdient, zahlt auch einen eher geringen Beitrag. Im Normalfall liegt der jährli-che Mitgliedsbeitrag in einem Lohnsteuerhilfeverein etwa zwischen 50 Euro und 390 Euro.

zurück

Beratungsstelle suchen!

Postleitzahl oder Adresse

Archiv

BDL Pressemeldungen

NVL Pressemitteilungen

BVL · Reinhardtstraße 23 · 10117 Berlin · Telefon 030 / 58 58 404 - 0

Beratungsstelle suchen: